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Zum 80. Geburtstag von Ludwig Huber

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In der Nähe zu den konkreten Verhältnissen und Praktiken einer Institution und in der praktischen Orientierung, zum besseren Verständnis und zur tatsächlichen Verbesserung ihrer Praxis beizutragen, liegt also das besondere Potential derjenigen Hochschulforschung, die in hochschuldidaktischen Zentren betrieben werden kann. In Projekten wie den zuletzt beschriebenen, die die praktische (Reform-)Orientierung nicht nur in der Präambel mit sich führen, sondern sie mit der Forschung zugleich beginnen, Entwicklung und Auswertung miteinander verbinden, scheint diese Potential am besten aktualisiert werden zu können.

Huber, L. (1988). Hochschulforschung in einer Entwicklungsagentur. Am Beispiel des interdisziplinären Zentrums für Hochschuldidaktik (IZHD) der Universität Hamburg. In: Oehler, C. (Hrsg.). Forschungspotentiale sozialwissenschaftlicher Hochschulforschung: Bundesrepublik Deutschland – Österreich – Schweiz. Blickpunkt Hochschuldidaktik, 84. Weinheim: Dt. Studienverlag. S. 93. Online verfügbar: https://pub.uni-bielefeld.de/publication/1781648 Stand: 24.04.2017

Sein Lebenslauf und seine wissenschaftliche Arbeit zu würdigen, würde das Format eines Geburtstagsgrußes auf dieser Seite sprengen und wird mit Sicherheit in angemessener Weise an anderer Stelle gewürdigt. Wir möchten deshalb hier nur ausschnitthaft und stellvertretend für sein umfangreiches Wirken einige wenige und auch eher persönliche Schlaglichter darauf werfen, was er uns Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik (dghd) bedeutet.

Die Institutionalisierung der Hochschuldidaktik in Deutschland ist zu einem wesentlichen Teil ihm zu verdanken.
Die Hochschuldidaktik verdankt ihm in Bezug auf sein institutionelles Wirken die zentrale Mitwirkung an der Bundesassistentenkonferenz BAK, die Mitgestaltung an der Forschungsförderung, bis hin zu einem DFG-Schwerpunktprogramm „Hochschuldidaktik“ von 1972 bis 1979, die Mitgründung der Arbeitsgemeinschaft für Hochschuldidaktik AHD, der späteren Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik (dghd), an der er bis heute sehr aktiv teil nimmt, sei es beim  Aufbau der Akkreditierungskommission der dghd AKKO oder die Mitgründung der AG Forschendes Lernen und vieles Weitere mehr.

Ludwig Hubers Arbeit zeichnet sich durch eine enorme thematische Breite aus. Der folgende Überblick über wesentliche Stichworte zu hochschuldidaktischen Themen aus seiner Publikationsliste mag einen kleinen Eindruck davon geben.
In seinen Arbeiten hat er u.a. Themen behandelt wie Wissenschaftsdidaktik, Wissenschaftspropädeutik, Bildung durch Wissenschaft, Studium Generale, Hochschule und Persönlichkeitsentwicklung, Studierfähigkeit, Studieneingangsphase, Scholarship of Teaching and Learning, Fachkulturen und Hochschuldidaktik, studienbegleitende Prüfungen, Bildungstheorie, Standards und Heterogenität, Forschendes Lernen, Akkreditierung Hochschuldidaktischer Aus- und Weiterbildung, Lernumgebungen für selbstständiges Lernen, Lehren und Lernen an der Hochschule, Interdisziplinäres Lehren und Studieren, Sozialisation in der Hochschule, Wandel der Studentenrolle, Hochschuldidaktik als Theorie der Bildung und Ausbildung, Hochschule als Umwelt, Planung für Lernsituationen, Institutionalisierung der Hochschuldidaktik, Fachcode und studentische Kultur: zur Erforschung der Habitusausbildung in der Hochschule, Entwicklung des akademischen Habitus oder auch Kompetenz – ein neues Zauberwort im Bildungswesen?

Die theoretische Differenziertheit, die Inter- und Transdisziplinarität seiner Forschung, die nationale und internationale Vernetzung und Kooperation, auch im International Consortium for Educational Development (ICED), die seine Arbeit auszeichnen, lassen sich hier gar nicht darstellen, sind aber in der aktuellen hochschuldidaktischen Praxis, Forschung und Theorie wirksam. Den theoretischen Hintergrund von Pierre Bourdieu und Basil Bernstein für die Hochschuldidaktik fruchtbar gemacht zu haben, ist sein Verdienst. Nicht zuletzt ist sein bis heute anhaltendes Engagement, in der Beratung und Begleitung innovativer Projekte an Hochschulen oder in Initiativen der Hochschuldidaktik mitzuwirken, beeindruckend. Seine Analysen, auch ad hoc, waren und sind beeindruckend systematisch und treffsicher, sein Feedback immer konstruktiv entwickelnd, was ihm bis heute mit Sicherheit mehr Einladungen zur Mitwirkung beschert, als er annehmen kann und möchte.

Vor dem Hintergrund auch dieser persönlichen Lebensleistung würden wir ihm und uns wünschen, dass die Hochschuldidaktik sich als eigenes Disziplingebiet etablieren kann. Ludwig Huber hat maßgeblich den Weg dafür bereitet.

Lieber Ludwig, im Namen der dghd gratulieren wir Dir ganz herzlich zum 80. Geburtstag und wünschen Dir weiterhin viel Freude, Glück und Gesundheit in jeder Hinsicht.
Der dghd Vorstand im Namen aller dghd Mitglieder

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