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dghd-Preis für hochschuldidaktische Forschung: Auszeichnung für Alice Watanabe

Weitere Autoren: Angelika Thielsch für die Forschungskommission der dghd

Im Rahmen der dghd-Arbeitstagung wurde am 23.02.2026 erneut der dghd-Nachwuchspreis für hochschuldidaktische Forschung verliehen. Dieser wird jährlich ausgelobt, um herausragende hochschuldidaktische Bachelor- und Masterarbeiten sowie Dissertationen zu würdigen und sichtbar zu machen. Wir freuen uns sehr, in diesem Jahr die Dissertation von Alice Watanabe mit diesem Preis auszeichnen zu können.

Alice Watanabe bringt einen interdisziplinären Hintergrund mit: Sie studierte Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin und absolvierte anschließend einen Master in Higher Education an der Universität Hamburg. Dort promovierte sie auch – betreut von Prof. Dr. Gabi Reinmann und Prof. em. Dr. Markus Stepanians (Universität Bern). Die von ihr verfasste, kummulative Dissertation trägt den Titel „Forschen in Fragmenten. Eine bildungsphilosophische Untersuchung des KI-Einsatzes in der Hochschulbildung“.

In ihrer ausgezeichneten Arbeit widmet sich Alice Watanabe einer ebenso aktuellen wie heute grundlegenden Frage: Wie lässt sich künstliche Intelligenz in der Hochschulbildung theoretisch verstehen? Um diese Frage zu bearbeiten, greift sie auf das fragmentarische Denken nach Hannah Arendt zurück. Sowohl der thematische Fokus auf KI als auch das methodische Vorgehen stehen dabei gleichwertig im Zentrum ihres Erkenntnisinteresses und Alice Watanabe zeigt eindrücklich, welchen Mehrwert bildungsphilosophische Perspektiven für die hochschuldidaktische Forschung haben können.

In einer Zeit, in der (auch) in der Hochschuldidaktik Forschungsdesigns verstärkt empirisch und quantitativ ausgerichtet sind, kann der Stellenwert theoretischer Forschung zunehmend aus dem Blick geraten. Die in diesem Jahr ausgezeichnete Dissertation von Alice Watanabe wirkt dieser Schieflage gekonnt und mit analytischer Schärfe entgegen. Neben ihrem theoretischen Mehrwert ist auch die praktische Bedeutung der Dissertation von Alice Watanabe beachtenswert, denn sie bearbeitet in ihr zentrale Risiken des KI-Einsatzes in der Hochschulbildung – den Kompetenzverlust, den Sozialverlust und den Kontrollverlust. In ihrer Arbeit zeigt sie anschaulich, wie diesen Risiken durch Forschendes Lernen und verwandte didaktische Ansätze begegnet werden kann. Damit ist die Dissertation nicht nur methodisch überzeugend, sondern auch hochaktuell und praxisrelevant für die Gestaltung von Hochschullehre.

Wir laden alle Interessierten herzlich ein, in die Beiträge dieser Dissertation einzutauchen und sich von ihnen für das eigene Handeln inspirieren zu lassen:

  • Watanabe, A. (2024). Have courage to use your own mind, with or without ai: The relevance of kant’s enlightenment to higher education in the age of artificial intelligence. Electronic Journal of e-Learning, 00–00. https://doi.org/10.34190/ejel.21.5.3229
  • Watanabe, A. (2023). Exploring totalitarian elements of artificial intelligence in higher education with hannah arendt: International Journal of Technoethics, 14(1), 1–15. https://doi.org/10.4018/IJT.329239
  • Watanabe, A. (2022). Let’s talk about artificial intelligence: How scholarship of teaching and learning can enhance the ai scientific discourse in higher education. In F. Almaraz-Menéndez, A. Maz-Machado, C. López-Esteban, & C. Almaraz-López (Hrsg.), Advances in Higher Education and Professional Development (S. 48–72). IGI Global. https://doi.org/10.4018/978-1-7998-9247-2.ch003
  • Reinmann, G., & Watanabe, A. (2024). KI in der universitären Lehre: Vom Spannungs- zum Gestaltungsfeld. In G. Schreiber & L. Ohly (Hrsg.), KI:Text (S. 29–46). De Gruyter. https://doi.org/10.1515/9783111351490-004
  • Watanabe, A. (2023b). Von tätigen Studierenden: Hannah Arendts Tätigkeitsanalysen als Reflexionsinstrument für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Hochschulbildung. Zeitschrift für Hochschulentwicklung, 18(3), 197–212. https://doi.org/10.21240/zfhe/18-03/10
  • Watanabe, A. (2024b). Theoretische Tauchgänge. Hannah Arendt und ihr fragmentarisches
    Denken als Wegweiser für Abduktion und die Hochschuldidaktik. die hochschullehre, Jahrgang
    10/2024. DOI: 10.3278/HSL2414W.

Wir als Forschungskommission der dghd gratulieren Alice Watanabe ganz herzlich zu dieser herausragenden Dissertation, die in diesem Jahr hoch verdient mit dem dghd-Preis für hochschuldidaktische Forschung ausgezeichnet wird!

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