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Arbeitsinitiative: Assessments im Zeitalter generativer KI

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Die Verfügbarkeit generativer künstlicher Intelligenz verändert derzeit grundlegende Bedingungen, unter denen Prüfungen/Assessment als Evidenz für Lernen, Kompetenz und Autor*innenschaft fungieren. Lehrende und Hochschulen befinden sich in einer Phase ausgeprägter Unsicherheit: Grenzen akzeptabler KI-Nutzung werden fortlaufend neu definiert, ohne dass diese Grenzen stabil, konsistent oder leicht begründbar wären. Nicht nur einzelne Aufgabenformate geraten unter Druck, sondern auch Vertrauen in Prüfungsleistungen und Abschlüsse insgesamt.

Die Arbeitsinitiative „Assessments im Zeitalter generativer KI“ richtet sich auf die übergeordnete Frage: Wie lassen sich Prüfungen und Assessments im Kontext generativer KI systematisch beschreiben und ordnen? Ziel ist nicht, einzelne Formate zu evaluieren oder KI zu regulieren, sondern zu verstehen, welche Praktiken in welchen Kontexten zu welchem Zweck stattfinden – und wie eine empirisch fundierte Systematik dazu beitragen kann, Prüfungsentscheidungen auf klarere konzeptionelle Grundlagen zu stellen.

Die Initiative kombiniert bewusst deduktive und induktive Forschungszugänge in zwei parallelen Arbeitsabschnitten.

Strang I – Literaturreview

Der erste Arbeitsabschnitt führt ein systematisches Review durch, das bestehende Konzepte, Typologien und Systematisierungsansätze aus der internationalen Forschung kartiert. Das Review analysiert, welche Unterscheidungen in der Literatur vorgeschlagen werden, welche theoretischen Bezüge herangezogen werden und welche Spannungsfelder wiederkehren. Die Leitung dieses Arbeitsabschnitts liegt bei Dr. Susanne Müller-Lindeque.

Strang II – Empirische Analyse von Prüfungspraktiken

Parallel wird eine systematische Sammlung und Analyse realer Prüfungsbeispiele aus der hochschulischen Praxis durchgeführt. Über einen offenen Aufruf werden Lehrende aus dem D-A-CH Raum eingeladen, dokumentierte Fallbeispiele einzureichen – von einzelnen Lehrveranstaltungen bis zu institutionellen Regelungen und curricularen Arrangements. Ziel ist es, aktuelle Prüfungspraktiken sichtbar zu machen und eine empirische Grundlage für die Rekonstruktion von Kategorien und Differenzierungen zu schaffen. Die eingereichten Vignetten werden mittels qualitativer Inhaltsanalyse (Kuckartz) analysiert. Die Leitung dieses Arbeitsabschnitts liegt bei Dr. Sabrina Gallner.

Integration und Output

Auf Basis der Erkenntnisse aus beiden Arbeitsabschnitten wird eine integrierte Systematik entwickelt, die theoretisch fundiert und empirisch rückgekoppelt ist. Diese Systematik versteht sich als heuristisches Instrument – nicht als abschließende Typologie, sondern als Rahmen zur systematischen Analyse von Prüfungsformen, der Gemeinsamkeiten und Unterschiede sichtbar macht und Diskussionen auf klarere konzeptionelle Grundlagen stellt.

Die Ergebnisse werden in einer gemeinsamen wissenschaftlichen Publikation zusammengeführt. Die Systematik und die analysierten Fallbeispiele sollen außerdem als Ressource für Hochschulen und Lehrende zur Verfügung stehen – zur Reflexion von Prüfungsentscheidungen im Kontext generativer KI.

Organisation und Beteiligung

Die Initiative ist in der dghd-Arbeitsgruppe „Prüfen und Prüfungsdidaktik“ verankert und wird vom Zentrum für Hochschuldidaktik der Pädagogischen Hochschule Luzern aus koordiniert. Sie bezieht Perspektiven aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ein und nutzt bestehende Ländernetzwerke (dghd, SFDN, NHDA).

Die Initiative wuchs aus einem offenen Aufruf im Rahmen der dghd-Arbeitstagung im Februar 2026 und ist bis Sommer 2027 angelegt.

Projektleitung:

  • Sabrina Gallner (Pädagogische Hochschule Luzern)
  • Susanne Müller Lindeque (Pädagogische Hochschule Luzern)

Mitwirkende:

  • Regine Bachmaier (Universität Regensburg)
  • Michael Eichhorn (Goethe-Universität Frankfurt)
  • Natalie Enders (Universität Hildesheim)
  • Annette Glathe (TU Darmstadt)
  • Beatrice Kogler (Universität Graz)
  • Swantje Lahm (Universität Bielefeld)
  • Nina Lütjerodt (Hochschule Bochum)
  • Heidi Niederkofler (Universität Wien)
  • Daniel Pickert (Universität Bonn)
  • Costanza Rasi (Freie Universität Berlin)
  • Franziska Richter (Universität Bremen)
  • Anja Riedel (TU Berlin)
  • Tobias Ringeisen (Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin)
  • Lisa Scheer (Universität Graz)
  • Katrin Stolz (TU Dortmund)
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