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Bericht von der HRK-nexus Jahrestagung „Kompetenzorientierung auf dem Prüfstand“ (27.-28.03.2018, HU Berlin)

Unter dem Oberthema „Kompetenzorientierung auf dem Prüfstand war das Forschende Lernen auch auf der sehr gut besuchten (! s. Foto). Jahrestagung 2018 des HRK-nexus Projekts in einigen Foren und vor allem im Nexus-camp am zweiten Tag in diversen Sessions als Thema sehr präsent. Eröffnet wurde die Diskussion um Kompetenzorientierung mit einem fulminanten Impuls von Prof. Dr. Michael Kämper-van den Boogaart, der die ihm angetragene Rolle des „Kompetenzrowdys“  mehr als ausfüllte, in dem er die Fehlschlüsse und Behauptungen sowohl der „Kompetenzverteidiger“ wie auch der „Kompetenzkritiker“ offenlegte.  Im Kern sei es den Kompetenz- und Bologna-Kritikern gelungen, Kompetenzorientierung  als inhaltsleer, wissensfern und (im negative Sinne) „didaktisch“ und damit polemisch Kompetenzen gegen Bildung auszuspielen. Die Kompetenz-Befürworter ihrerseits seine gefangen in dem Widerspruch, ihr Kompetenzverständnis wissenschaftlich rechtfertigen zu müssen und darüber für die Praxis unrealistische Ansprüche zu formulieren.  Der Impuls wurde dann von der Podiumsdiskussion aufgenommen (mehr dazu auf Twitter unter #nexusjahrestagung18).

In den anschließenden Foren spielte Forschendes Lernen (mindestens) im Forum „Kompetenzorientierung in der Lehrerbildung“ eine große Rolle. Hier diskutierten Kolleg*innen aus Berlin, Bremen, Erlangen-Nürnberg, Freiburg, Hamburg, Münster, Potsdam, Schleswig-Holstein, Stuttgart, Trier und Vechta zunächst, worin die besonderen Herausforderungen der Kompetenzorientierung in der Lehrerbildung liegen und dann – mit Bezug auf einen Impuls von Julia Schwanewedel (HU Berlin) – wie das Forschenden Lernen dazu beitragen kann, diese Kompetenzen zu fördern und zu entwickeln.   Eine der Hauptherausforderungen in der Lehrkräftebildung ist es, die Lehramtsstudierenden dazu zu bringen, ihr Bild vom Lehramt und ihre Alltags-(Schul-)Erfahrungen („fertiges Wissen“) kritisch zu hinterfragen und die Komplexität des Lehrer*innen-Seins zu begreifen. Dem Lehramtsstudium  gelingt es oftmals noch nicht, diese Komplexität sichtbar zu machen: Die Fächer vermitteln Fachwissen und -didaktik, die Erziehungswissenschaft liefert den theoretisch-methodologischen Rahmen, die Zusammenführung dieser drei Dimensionen und der drei Phasen Studium – Referendariat – Lehramt bleibt jedoch zu häufig noch den einzelnen Studierenden überlassen. Für Julia Schwanewedel ist das Forschende Lernen in der Schul/Bildungsforschung durch seine verschiedenen Zyklen ideal dazu geeignet, den immer wieder notwendigen Perspektivenwechsel erfahrbar zu machen und zu üben (mehr dazu: Schwanewedel, J; Großschedl, J & Heyduck, B (2018). Forschend Lehren Lernen: Lehramtsstudierende betreiben Bildungsforschung. In J Lehmann & H Mieg (Hrsg.). Forschendes Lernen – Ein Paxisbuch. Potsdam: Verlag der FH Potsdam). Diese Erfahrung wurde allgemein bestätigt, wobei allerdings auch angemerkt wurde, wie schwer es sei, auch erfolgreich evaluierte und ausgewertete neue Formate im Lehramtsstudium zu verankern.

Am zweiten Tag fanden im Rahmen des nexus-Camps verschiedene Sessions zum Forschenden Lernen statt. In der von Thomas Hoffmeister initiierten Session ging es um kompetenzorientiertes Prüfen im Forschenden Lernen. Hier wurden zunächst  Erfahrungen zum Umgang mit  Prüfungen aus verschiedenen Projekten ausgetauscht. Im Kern stand vor allem die Frage, wie mit der Wahrscheinlichkeit des Scheiterns in Forschungsprojekten umgegangen werden sollte. Bei großen Differenzen in der Frage, ob Arbeiten im FL benotet/bewertet werden sollten herrschte Einigkeit darüber, dass es hier eher  Sinn macht, den Prozess (und die Reflexion über den Prozess) zu prüfen als das möglicherweise unvollständige Ergebnis.  (s. hierzu ebenfalls #nexusjahrestagung18).

Parallel dazu gab es  eine von Monika Sonntag, Julia Rueß und Insa Wessels  (alle HU Berlin) initiierte, stark nachgefragte Session zum Austausch über praxisorientierte Lehr/Lernformate und die Überschneidungen/Unterschiede von Forschungskompetenzen/Berufskompetenzen (mehr dazu und zu den anderen Themen folgt mit der Tagungsdokumentation der HRK, die in allen Sessions fleissig protokollierte).

 

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